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Trauma im Körper: Physische Symptome von Trauma

Viele Symptome, die unser Körper aufweist, haben eine Verbindung zu Trauma.

Hier zum Blogartikel ,,Was ist ein Trauma?”

Doch oftmals ist uns die Verbindung zwischen Körper und Trauma, wie auch von Körper und Geist und vor allem dessen Bedeutung  gar  nicht bewusst. Wir wenden uns mit unseren körperlichen Beschwerden (Herzrasen, Kopfschmerzen, Anspannung, Erschöpfung, Magenprobleme etc.)  an die Schulmedizin, welche uns meistens antwortet Stress sei die Ursache für unsere Beschwerden. Aber wie lange der Stress oder auch das Trauma bereits in unseren Körpern ,,gespeichert’’ ist und wo dessen Ursprung liegt, kann sie uns nicht beantworten.

 

In diesem Blogartikel erklären wir dir den Zusammenhang zwischen physischen Symptomen des Körpers und Trauma. Des Weiteren die Wichtigkeit von Körperwahrnehmung und wie man im Körper gespeicherte Traumata innerhalb eines therapeutischen Settings lindern bzw. auflösen kann.

 

 

Die Verbindung zwischen Körper, Trauma und Geist

 

,,Was immer die Handlungskraft des Körpers stärkt, schwächt, hemmt oder erweitert, stärkt, schwächt, hemmt oder erweitert die Handlungskraft des Geistes. Und was immer die Handlungskraft des Geistes stärkt, schwächt, hemmt oder erweitert, stärkt, schwächt, hemmt oder erweitert die Handlungskraft des Körpers.’’
(Spinoza, 1632-1677)

 

Unser Standardwissen von heute bezüglich der Verbindung von Gehirn und Körper basiert auf dem psychosomatischen Paradigma, welches in den 30er und 50er Jahren entstanden ist. Idiopathische (ohne erkennbare Ursachen entstandene) Krankheiten wie hoher Blutdruck, Magen-Darm-Beschwerden, chronische Schmerzen, Fibromyalgie (Schmerz-Syndrom, tiefe Muskelschmerzen) und Migräne finden ihre Begründung in der Psychosomatik (Wechselwirkung zwischen Psyche und Körper).

 

 

Der Vagus-Nerv – Unser Selbstheilungsnerv

 

Der Vagus-Nerv, welcher u.a. Lungen-Leber-Nerv genannt wird, verbindet das Gehirn mit den meisten unserer Organe. Er ist der 2. größte Nerv in unserem Körper und reicht als einziger Nerv  vom Gehirn, über das Herz bis in den Magen-Darm-Trakt und übernimmt eine wesentliche Kontrolle unserer gesamten Organe. Der Vagus-Nerv ist zu 90% sensorisch, er sendet den ,,Nachrichtenaustausch’’ der inneren Organe untereinander an das Gehirn weiter. Durch diese Signale, die im Hirnstamm und im Thalamus ankommen, werden unsere unbewussten Entscheidungen im gesamten Gehirn beeinflusst.

 

Da der Vagus-Nerv parasympathisch agiert bringt er die Organe in einen entspannten, funktionalen Zustand und wird deshalb auch als Erholungs- oder auch als Selbstheilungsnerv bezeichnet. Wohingegen das Sympathische System bzw. eine sympathische Erregung dazu führt, dass die Gedärme sich zusammenziehen (,,Knoten im Bauch haben’’). Kommt es zu einer Übererregung des Vagus-Nervs bzw. zu einem Kampf zwischen Vagus-Nerv und Darmplexus, resultiert dieses Ungleichgewicht in uns in Bauchschmerzen. 

 

Das Nervensystem unseres Darms, welches auch vom Vagus-Nerv beeinflusst wird, ist unser ,,ältestes Gehirn’’ und produziert positive Hormone, wie u.a. 96% unseres körpereigenen Serotonins.

 

Man könnte sagen wir Menschen haben 2 Gehirne, die durch den Vagus-Nerv miteinander kommunizieren. 

 

 

Physische Beschwerden bei Trauma im Körper

 

      • Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe
      • Magen-Darm-Beschwerden
      • Unruhe in den Beinen
      • Schwere Beine
      • Zittern in bestimmten Körperregionen
      • Schnelle Atmung
      • Flache Atmung
      • Kopfschmerzen
      • Müdigkeit
      • Rückenschmerzen
      • Herzrasen
      • Hoher Blutdruck
      • Migräne
      • Fibromyalgie

 

 

Warum bleibt das Trauma im Körper ,,stecken’’? 

 

,,Der Körper als ein Geschichtenerzähler’’ (Peter Levine). Unser Körper hat uns viel zu sagen, doch die Frage ist, ob wir ihm auch zuhören. Besonders im Fall eines erlebten Traumas ist das Zuhören und vor allem auch das Einfühlen in den eigenen Körper eine echte Herausforderung.  Durch Traumareaktionen wie Dissoziation bspw. spaltet sich der Körper vom Geist ab, er ist wie betäubt. Dissoziationen sollen vor der Belastung, die durch Trauma entstehen schützen. 

 

Unverarbeitete Traumata bleiben nicht nur in den Köpfen der Betroffenen, sie können auch im Körper oder auch in verschiedenen Körperteilen ,,stecken’’ bleiben. Jedes Gefühl hat eine Körperreaktion bzw. eine Körpersensation. Bei traumatischen Erlebnissen sind wir emotional überlastet, sodass wir die Gefühle, die das Ereignis in uns hervorgerufen hat nicht ertragen und sie sich unverarbeitet in uns festsetzen. Der Körper bleibt, wenn ihm kein Ausweg bleibt, in der Reaktion auf die traumatisierende Situation gefangen. 

 

 

Wie funktioniert Traumaheilung im Körper? 

 

Zunächst ist es wichtig seine körperlichen Beschwerden beim Arzt untersuchen zu lassen, um sicher zu gehen, dass keine schwerwiegende Erkrankung o. Ä. vorliegt. Außerdem ist eine psychotherapeutische Behandlung bei Trauma im Körper, als auch allgemein im Fall eines Traumas, immer zu empfehlen.

 

Im ersten Schritt der Traumaheilung innerhalb des therapeutischen Rahmens, wird meist damit begonnen das Bewusstsein für den eigenen Körper zu stärken. Dabei können Achtsamkeitsübungen wie Atemübungen (u.a. Hilfeich für Stimulation des Vagus-Nervs), Meditationen (Body-Scan) oder auch Yoga-Übungen, die mehrmals die Woche praktiziert werden, helfen. Es ist wichtig die eigenen Körpergrenzen zu spüren, um die eigenen Körpersignale auch wahrnehmen zu können.

 

Sollte das Bewusstsein für den eigenen Körper erfolgreich mit dem Therapeuten erarbeitet sein und die eigenen Körpersignale spürbar sein, sollte der Betroffene üben diese nicht länger zu ignorieren. Das Trauma, das im Körper verblieben ist wird nach und nach spürbar. Um eine Retraumatisierung zu vermeiden ist es  besonders wichtig, dass diese Übungen in einem sicheren Umfeld, sowie im therapeutischen Setting vorgenommen werden. 

 

Die Grundvoraussetzung eines erfolgreichen Therapieverlaufs bei der Bearbeitung eines Traumas im Körper ist, sich bewusst zu machen, dass vor jedem Gefühl ein Gedanke steht. Außerdem hat  jede Körpersensation einen tieferen Ursprung, welcher in der Therapie erörtert werden kann. 

 

Innerhalb der Therapie und dem Prozess der Heilung des im Körper verbliebenen Traumas wird erlernt, die eigenen Körpergefühle und Schmerzen selbstgesteuert und kontrolliert zu erleben. Anschließend werden diese Körpersensationen mit therapeutischer Hilfe auszuhalten gelernt und Schritt für Schritt aufgelöst.

 

Abschließend ist es wichtig nochmal hervorzuheben, dass Trauma im Körper auf jeden Fall auflösbar sind. 

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